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  • Tipps zur Ressourcenschonung

    Tipps zur Ressourcenschonung

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    Tipps zur Ressourcenschonung (I)

    Die Lokalgruppe Kassel beschäftigt sich im Zuge der Social Media Kampagne mit Aufklärung zum Thema Nachhaltigkeit. Da die Ergebnisse nicht in den Tiefen von Plattformen verschwinden sollen, werden hier in kleinen Blogbeiträgen die Erkenntnisse mit allen Leserinnen und Lesern geteilt.

    Aufgrund diverser Probleme im Umgang mit Ressourcen widmeten wir uns von der Lokalgruppe sneep Kassel im ersten Halbjahr 2019 den Themen Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz. Neben fortlaufenden Projekten vor Ort, sammelten wir Wissen und Vorschläge für Änderungsmöglichkeiten rund um das Thema Ressourcen, die wir Euch in der zweiteiligen Reihe Ressourcenschonung darbieten.

    Das bekannte Problem: Verpackungen

    Verpackungsmüll wird immer offensichtlicher. Sei es beim Baden, Spazierengehen, auf dem Weg in die Uni, im Park. Aber vor allem: Im Urlaub.

    Müll gehört mittlerweile schon fast ins Landschaftsbild. Rumfliegende Plastikflaschen oder -tüten sind traurigerweise nichts Besonderes mehr an Stränden und ziehen seit einiger Zeit auch in Mitteleuropa in die Natur ein.

    Im Folgenden erläutern wir die Problematik und bieten Handlungsalternativen. Mit weiterführenden Links könnt ihr euer Wissen noch vertiefen, aber bereits die kleinen Tipps können große Unterschiede bewirken!

    1. Einwegflaschen

    In Deutschland werden stündlich 1,8 Millionen Einwegplastikflaschen verbraucht. Das bedeutet pro Tag ca. 43 Millionen, pro Jahr 16 Milliarden (16.000.000.000) Stück. In der Theorie werden all diese Einwegflaschen in den Supermarkt zurückgebracht, damit diese wiederverwendet werden können und als neue Flasche zurück in den Kreislauf wandern.  Ein schöner Gedanke. Leider sieht die Realität anders aus und neue Einwegflaschen bestehen in der Regel nur zu einem Viertel aus recycelten Flaschen. Somit sind von uns gekaufte Einwegflaschen zu drei Viertel aus neuen Kohlenstoffverbindungen hergestellt. [1; 2]

    Neben den notwendigen direkten Ressourcen wie Kunststoffgranulat für die Produktion einer neuen Einwegflasche sind noch weitere Ressourcen notwendig. Laut einer gemeinsamen Studie der Deutschen Umwelthilfe mit dem Beratungsunternehmen PriceWaterhouseCoopers entstehen durch die häufig nur einmalige Nutzung der EINWEG-Flaschen weitere hohe Ressourcenaufwendungen in der Herstellung, dem Transport sowie der Entsorgung. Bei Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette wird sichtbar, dass schon bei der Herstellung einer Einwegflasche viel Energie verbraucht wird, um die Kohlenstoffverbindungen einzuschmelzen und zu neuen Flaschen zu formen.  Darüber hinaus müssen die fertigen Flaschen zunächst zu ihrem und nach der Rückgabe von Konsumentinnen und Konsumenten, zum Recyclinghof mit dem LKW transportiert werden. Hierbei werden weitere Ressourcen verbraucht. Abschließend müssen die gesammelten Einwegflaschen gepresst, sortiert, geschreddert und wieder eingeschmolzen werden – weitere sehr energieintensive Produktionsschritte. [3; 4]

    Daher stellt der Kauf einer Einwegflasche einen immens hohen Ressourcenverbrauch dar. Aber auch die Rückgabe der genutzten Einwegflasche, ist ein schlechtes Geschäft für die Umwelt.

    2. To-Go Becher

    Auf dem Weg zur Arbeit schnell noch den leckeren Kaffee im Lieblingscafé im To-Go Becher gekauft – spart zwar scheinbar Zeit, birgt jedoch viele negative Umweltauswirkungen.

    Pro Stunde werden in Deutschland rund 320.000 Coffee-To-Go-Einwegbecher verbraucht. Allein die Nutzung der zugehörigen Plastikdeckel bedeuten zusätzliche 9.000 Tonnen Müll pro Jahr. Die vermeintlichen „Pappbecher“, welche jedoch auf der Innenseite mit Plastik beschichtet sind, lassen sich nicht einfach recyceln und bedeuten jährlich ca. 40.000 weitere Tonnen Einwegbechermüll. Neben den Abfällen sind mit der Nutzung eines To-Go-Bechers auch ein hoher Verbrauch von Ressourcen verbunden. Bei der Herstellung, dem Transport und der Entsorgung entstehen 83.000 Tonnen CO2-Emissionen, 1,2 Milliarden Liter Wasser werden verbraucht, 280 Millionen kWh Strom sind notwendig und 64.000 Tonnen Holz sowie 11.000 Tonnen Kunststoff werden eingesetzt. [5; 6; 8]

    Durch die Nutzung von To-Go-Bechern entstehen nicht nur Müllberge, sondern es werden unnötigerweise wichtige Ressourcen verbraucht, die Plastikbeschichtung beispielsweise führt zu höherem Erdölverbrauch. Außerdem führt die Zusammensetzung aus verschiedenen Produktgruppen (Karton, Plastik etc) dazu, dass benutzte Becher sehr viel schwieriger recycelt werden können.

    3. Plastiktüten

    Aber nicht nur To-Go Becher sind praktische, aber umweltschädliche Güter, denn wer kennt es nicht: Noch eben schnell einkaufen gehen und dummerweise keine Tüte dabeihaben. Trotz tausender Stoffbeutel zuhause, greift man deswegen häufig aus Bequemlichkeitsgründen schnell zur Plastiktüte.

    Leider verbraucht die Menschheit viel zu viele Plastiktüten. Aktuelle Schätzungen gehen von ungefähr einer Billionen Plastiktüten pro Jahr weltweit aus – eine unfassbare Menge! Rechnet man dies auf den einzelnen Bürger runter, kommt man auf über 70 Beutel pro Person plus 39 sogenannter Hemdchenbeutel – also Obsttüten, Plastiktüten von der Apotheke oder ähnliche sehr kleine Plastiktüten. In Zeiten von andauernden Diskussionen um Plastik und Ähnlichem finden wir: Diese Zahl muss runter, je weniger Tüten desto besser! [7]

    Das weiterhin größte Problem von Plastiktüten ist, dass sie größtenteils nicht recycelt werden. Somit verunstalten sie in manchen Fällen nicht nur die Umwelt, sondern werden dem Kreislauf dauerhaft entzogen. Dadurch muss noch mehr Rohöl gefördert werden und  Umweltprobleme werden mehr. Im Fall der verunstalteten Umwelt durch Plastiktüten ist die Wirkung auf die Natur gefährlich. Da Plastik sich nur sehr langsam in der Natur abbaut. Ein Abbauprozess dauert zwischen 20 und 100 Jahren sind keine Seltenheit. In diesem Zersetzungsprozess entstehen immer kleiner werdende Kohlenstoffverbindungen (Mikroplastik), die von Tieren als Futter wahrgenommen werden oder dauerhaft Trinkwasser verschmutzen – eine ungeheuerliche Problematik! [10]

    Was tun? Meckern hilft doch auch nicht weiter!

    a)      Schaffe Dir Dein eigenes, nachhaltiges Toolkit an!

    Mit (1.) wiederverwertbaren Glas- oder Edelstahlflaschen, (2.) einem Thermobecher auf Deinen Geschmack zugeschnitten oder mit (3.) deinem eigenen Stoffbeutel kannst Du erste Schritte hin zu einem nachhaltigen Toolkit machen. Damit bist Du auf alles wie Ressourcen- bzw. Kosteneinsparung oder Plastikeinsparungen vorbereitet.

    1.Glas- oder Edelstahlflasche

    Was können wir nun gegen die Verwendung von Einwegplastikflaschen tun?

    Beispielswiese verschönert eine eigene Edelstahl- oder Glasflasche nicht nur optisch im Alltag, sondern bietet auch noch weitere Vorteile.

    (Persönlicher) Ressourcenaufwand

    Zum einen muss man keine schweren Flaschen mehr vom Supermarkt nach Hause schleppen, die leeren Flaschen sammeln  und anschließend wieder zum Supermarkt oder einer anderen Sammelstelle tragen (denn neben dem kleinen Beitrag zum Wertstoffkreislauf, möchte man ja eventuell auch die 25 Cent Pfand wiederhaben).

    Kosteneinsparung

    Zum anderen spart man unglaubliche Mengen an Ressourcen. Am Wasserhahn aufgefüllt erhält man kühles und frisches Wasser, ohne Rückenschmerzen und dazu nachhaltig! Solltet ihr euch fragen, wo ihr im Alltag eure Flaschen auffüllen könnt? Z.B. weist die Initiative Refill in vielen Städten durch ihren Aufkleber darauf hin, welches Lokal, Restaurant, Einrichtung, etc. bereit ist eure Flasche kostenlos mit Leitungswasser zu füllen. Im Falle, dass in eurer Stadt Refill noch nicht vorhanden ist, könnt ihr ganz einfach auf deren Website mit Refill in Kontakt treten und neue Refill Stationen ausweisen.

    Weiterhin engagieren sich immer mehr Menschen, dass weitere Wasserspender an öffentlichen Einrichtungen installiert werden und die Möglichkeit bieten kostenloses Leitungswasser zu bekommen. So auch unsere Lokalgruppe Kassel, die aktuell im Kontakt mit der Universität Kassel steht.

    2. Personalisierter Thermobecher

    Eine gute Alternative zum To-Go-Becher stellt ein personalisierter Thermobecher dar. Nicht nur, dass er besser verschließbar ist und einen eher davor bewahrt sich die Hände zu verbrennen oder die Kleidung am Kaffeegenuss teilhaben zu lassen. Sondern ist auch die Isolation besser und der Kaffee oder das Heißgetränk bleibt länger warm und ermöglicht eine längere Freude. Viele Cafés, Bäcker oder auch Universitäten sind jetzt schon bereit die Heißgetränke auch in mitgebrachte Becher zu füllen (einfach fragen). Daneben bieten einige Cafés oder auch Universitäten (z.B. Universität Kassel) einen Rabatt an, wenn man einen eigenen Becher mitgebracht hat.

    3. Individueller Stoffbeutel

    Viele Universitäten, AStAs, Unternehmen, Krankenkassen, politische Parteien, Vereine o.ä. bieten mittlerweile kostenlose Tragetaschen als Werbegeschenk an. Beispielsweise in Kassel gibt es jedes Wintersemester eine Ersti-Tüte mit allerlei nützlichen Inhalten. Warum diese Tasche nicht einfach für den nächsten Einkauf verwenden? Die Vorteile sind offensichtlich:

    Kosteneinsparung

    Zuerst einmal ist es natürlich bedeutend billiger, als jedes Mal eine neue Tüte zu kaufen. Gehen wir von den oben genannten 70 Tüten pro Jahr pro Person aus: kostet jede dieser Tüten 25 Cent, sind das fast 20 Euro pro Jahr – was sicher sinnvoller verwendet werden kann.

    Individualität

    Auch sind die Tüten personalisierter und schöner als jede Supermarkttüte jemals sein könnte. Was individualisieren mit Produkten machen kann, hat man bei der Namensaktion auf Nuss-Nougat-Cremes ja gesehen: Leute standen ewig vor Regalen und haben sich „ihr“ Glas herausgesucht. Man stelle sich mal vor, dieses Level an Engagement würde sich auch bei Mehrwegtüten zeigen – die Ozeane hätten endlich wieder die Möglichkeit, sich etwas zu erholen.

    (Persönliche) Ressourceneinsparung

    Auch hilft das Nutzen eigener Tüten, ggf. Pfandflaschen oder ähnliches direkt mitzunehmen. Viel zu häufig passiert es, dass die Pfandflaschen wochenlang in der Wohnung rumstehen – mit kleinen Bierresten und mit bereits geöffneten Kronkorken ein willkommener Nährboden für allerlei Fliegen und andere kleine Insekten. Durch das konsequente Mitnehmen von Tüten und den damit einhergehenden Flaschen hältst Du die Wohnung sauber, gibst den Abfüllern wertvolle Ressourcen zurück und sparst Plastiktüten!

    Trotz allem, es passiert, dass man spontan in den Supermarkt geht und einfach keine Tüte dabeihat – und dann?

    Dann hat man die Möglichkeit, bereits leere Kartons, z.B. für Spagetti Packungen, als Ersatztüte zu benutzen. Diese stehen in jedem Supermarkt irgendwo rum und bedeuten auch Mehraufwand für das Personal. Durch das Upcycling dieses „Abfalls“ spart man also nicht nur Ressourcen, man gibt den häufig sehr hart arbeitenden Mitarbeiter*innen auch eine kurze Pause.

    Quellen

    [1] Deutsche Umwelthilfe: Mehrweg ist Klimaschutz. Unter:
    https://www.duh.de/mehrweg-klimaschutz0/einweg-plastikflaschen/

    [2] Quarks (2018): So warden Plastikflaschen wiederverwertet
    https://www.quarks.de/umwelt/muell/so-werden-plastikflaschen-wiederverwertet/

    [3] Deutsche Umwelthilfe/PriceWaterhouseCoopers (2016): Mehrweg- und Recyclingsysteme für ausgewählte Getränkeverpackungen aus Nachhaltigkeitssicht. Unter:
    http://www.duh.de/uploads/tx_duhdownloads/DUH_Getraenkeverpackungssysteme.pdf

    [4] Umweltbundesamt (2016): Prüfung und Aktualisierung der Ökobilanzen für Getränkeverpackungen. Unter:
    https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/texte_19_2016_pruefung_und_aktualisierung_der_oekobilanzen_fuer_gertaenkeverpackungen_0.pdf

    [5] Deutsche Umwelthilfe: Mehrweg to Go. Unter:
    https://www.duh.de/becherheld/

    [6] Zeit Online (2017): Kaffeebecher: Greenwashing to Go? Unter:
    https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-08/kaffeebecher-pfand-nachhaltigkeit-umweltschutz/

    [7] Deutsche Umwelthilfe: Gute Tüte, schlechte Tüte: Hier geht’s zum Check! Unter:
    https://www.duh.de/themen/recycling/plastik/plastiktueten/

    [8] Deutsche Umwelthilfe (2015): Coffee to go-Einwegbecher – Umweltauswirkungen und Alternativen. Unter:
    https://www.duh.de/uploads/tx_duhdownloads/DUH_Coffee-to-go_Hintergrund_01.pdf

    [10] Steensgaard, I. M., Syberg, K., Rist, S., Hartmann, N. B., Boldrin, A., & Hansen, S. F. (2017). From macro-to microplastics-Analysis of EU regulation along the life cycle of plastic bags. Environmental pollution, 224, 289-299. Unter:
    https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S026974911631898X

    Autoren: Eric Siems und Wolfgang Bichler-Riedl (sneep Kassel)
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  • City-Maut: Wer ausstößt, soll auch zahlen

    City-Maut: Wer ausstößt, soll auch zahlen

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    City-Maut: Wer ausstößt, soll zahlen

    Ein Vorschlag für eine saubere Lösung dreckiger Probleme

    Kaum ein Tag vergeht, ohne dass eine neue Meldung über schmutzige Diesel und noch schmutzigere Städte in den Nachrichten erscheint. Seit dem Aufdecken des Dieselabgas-skandals vor gut vier Jahren folgt eine Unschuldsbeteuerung der nächsten. Niemand will von millionenfach illegal eingebauten Abschalteinrichtungen in Diesel-Pkw auf Prüfständen gewusst haben. Warum auch? Denn nur so konnten die Autobauer Dieselwagen als umweltfreundliche Art zu reisen propagieren und den Verkauf ankurbeln. Verbraucherinnen und Verbraucher wurden reihenweise getäuscht. Tricksende Unternehmen und untätige Politikerinnen und Politiker nahmen (und nehmen noch immer) in Kauf, dass seit Jahren über 80 000 Personen jährlich frühzeitig aufgrund von Luftverschmutzung in deutschen Städten sterben (European Environment Agency , 2017). Maßnahmen der Bundesregierung zur Verringerung der Feinstaub- und Stickoxidbelastung zeigten kaum Wirkung. Gegen den Wunsch der Regierung versuchen viele Städte nun das städtische Luftverschmutzungsproblem mit Diesel-Fahrverboten zu bekämpfen. Eine weitere Option um die Luft unserer Städte sauberer zu machen wäre die Einführung einer City-Maut.

    Doch der Möglichkeit eine Gebühr zu verlangen, dafür dass unsere Städte verschmutzt werden dürfen, wird kaum Beachtung geschenkt. Dabei ist die Wirkung einer City-Maut unter Ökonomen weit verbreitet und anerkannt: Individuen betrachten bei der Entscheidung, ob eine Fahrt in die Stadt unternommen werden sollte, nur ihre eigenen Kosten. Private Spritkosten und Zeitkosten werden dem privaten Nutzen der Fahrt gegenübergestellt. Niemand bedenkt aber die Kosten, die durch diese Fahrt der Gesellschaft aufgebürdet werden. Niemand denkt über den Schadstoffausstoß nach, den diese Fahrt mit sich bringt. Der Grund hierfür ist eindeutig: es kostet ja nichts in die Stadt zu fahren und Stickstoffoxide und Feinstaub massenweise in die Luft zu stoßen. Die Lösung der Nichtbeachtung externer Umweltkosten des Straßenverkehrs liegt in der City-Maut: Eine Gebühr, die genau den externen sozialen Kosten durch emittierte Schadstoffe entspricht, konfrontiert die Individuen mit den wahren Kosten der unternommenen Fahrt. Sollte die persönliche Wertschätzung der Fahrt noch immer größer als der Preis sein, entscheidet man sich für die Fahrt. Wenn nicht, wird auf die Fahrt verzichtet und man weicht auf Alternativen aus. Eine verursachergerechte Preissetzung führt also zu einer gesellschaftlich optimalen Schadstoffmenge.

    Dieselfahrerinnen und Dieselfahrer, die beim Kauf ihrer Fahrzeuge Investitionen getätigt haben, werden durch Dieselfahrverbote unverhältnismäßig stark getroffen. Kann nicht der Großteil der Dieselbesitzerinnen und Dieselbesitzer, die dachten einen umwelt- und klimafreundlicheren Kraftstoff zu nutzen, auch als Opfer der Industrie bezeichnet werden? Vom Ressourcenverbrauch durch den Rebound-Effekt, dass funktionierende Autos ausgemustert und durch neue ersetzt werden, ganz zu schweigen.

    Anstatt eine wirkliche Unterstützung für die getäuschten Verbraucherinnen und Verbraucher zu sein, führen Fahrverbote somit zu großen Werteverlusten des eingesetzten Kapitals. Eine City-Maut würde dies umgehen.

    Eine City-Maut lässt Emissionen, im Gegensatz zu Fahrverboten, außerdem großflächig senken. Die aktuell eingeführten Fahrverbote in deutschen Städten gelten oft nur auf besonders belasteten und verschmutzten Straßen. Durch das Ausweichen auf andere Straßen, wird dann eben einfach in der Nachbarstraße emittiert – ob sich der gewünschte Effekt so einstellen wird, ist fraglich. Eine City-Maut-Zone allerdings würde im gesamten Innenstadtbereich die Emissionen verringern. Es muss dann auf den ÖPNV ausgewichen werden, der billiger ist und im Schnitt auch weniger pro Person emittiert.

    Vor allem aber wird in der ganzen Debatte komplett vergessen, dass auch Benziner keine Unschuldslämmer sind. Ist der Diesel zwar Vorreiter beim Emittieren von Stickstoffoxiden, emittieren auch Benzin-Wagen in hohem Maße gesundheitsschädlichen Feinstaub. Und durch ständigen Reifenabrieb trägt sowieso jedes Fahrzeug zu Feinstaubemissionen bei. Niemand kann garantieren, dass in Zukunft nicht auch Benzin-Fahrverbote eingeführt werden. Die Konsumentinnen und Konsumenten würden allein durch Fahrverbote also weiterhin in Ungewissheit über Konsequenzen und ihre Rechte gelassen werden. Eine City-Maut hält stattdessen jedem Fahrer, ganz egal ob Diesel- oder Benzinwagen, die wahren sozialen Kosten der Fahrt vor Augen.

    Eine emissionsabhängige City-Maut, die nach Kraftstoffklasse und Fahrzeugart differenziert, würde verursachergerecht jedem den korrekten Preis der Grenzkosten der Fahrt entgegensetzen. Die Einnahmen, die staatliche Behörden durch die Maut generieren, sollten in Infrastruktur und ÖPNV-Verbesserungen investiert werden. Nur durch ein effektives ÖPNV-Netz ist die Funktionsfähigkeit einer City-Maut garantiert. Beispielhaft für eine emissionsabhängige, effektive City-Maut, kann der Ecopass in Mailand betrachtet werden. Von 2008-2011 verringerten sich so die Feinstaubemissionen in der mailändischen Innenstadt um 15% und außerdem konnte gleichzeitig der Weg zu einer „grüneren“ Fahrzeugflotte geebnet werden (Kodukula und Morandini, 2013).

    Autorin: Leonie Grob
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  • Wir müssen reden! Eine Forderung nach einem wirtschaftsphilosophischen Diskurs

    Wir müssen reden! Eine Forderung nach einem wirtschaftsphilosophischen Diskurs

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    Wir müssen reden!

    Eine Forderung nach einem wirtschaftsphilosophischen Diskurs

    Alle sind sich einig- unsere Wirtschaft muss ethisch werden. Nur wie? Die Antwort darauf kann nur in einer wissenschaftlichen Zusammenarbeit der Ökonomen mit den Philosophen liegen- nicht nur in der Wirtschaftsethik.

    Angesichts aktueller Krisen wird in unserer Gesellschaft viel darüber diskutiert, wer denn nun dafür Sorge zu tragen hat, dass unsere Wirtschaft ethisch wird. Was dabei kaum berücksichtigt wird, ist die zugrundeliegende Frage: Was macht eine ethische Wirtschaft eigentlich aus? Eine Antwort darauf kann nur eine Wissenschaft geben, die Philosophie und Wirtschaft als das, was sie sind, betrachtet: zwei Seiten derselben Medaille menschlichen Daseins.

    Diese Erkenntnis ist im doppelten Sinne nicht neu. Dass Wirtschaft und Philosophie zusammengedacht werden können, beweisen eine Reihe von Wirtschaftsphilosophen. Dies bleibt aber eben eine Spezialisierung. Der große Mainstream beider Disziplinen beschäftigt sich kaum mit solchen Fragestellungen. Geschichtlich betrachtet ist gerade dies das Neue. Jahrhundertelang wurden heutige Fragen der VWL in der Philosophie diskutiert, bevor jene sich als eigenständige wissenschaftliche Disziplin abtrennte. Wenn Karl Marx über Preise nachdachte, dann immer auch über Werte. Heute setzt der Marktpreis den Wert eines Gutes fest. Über diesen als moralische Instanz wird dabei nicht mehr reflektiert. Kürzlich wurde eben das hier im Blog kritisiert. Der Ansatz passt. Die Forderung, Ethik in die Wirtschaftswissenschaften zu integrieren, geht aber nicht weit genug.

    Die Werthaltigkeit ökonomischer Methoden zu analysieren oder eine ethische Diskussion über Wohlfahrtskriterien zu führen wären wichtige Ansätze auf dem Weg zu einer moralischen Wirtschaft. Ebenso wichtig ist aber eine philosophische Reflexion über die in der ökonomischen Argumentation verwendeten Konzepte. Verantwortung, Rationalität, Staat, Arbeit, Eigentum- um nur einige zu nennen. Wer zum Beispiel für die Freiheit der Konsumenten argumentieren möchte, sollte verstehen, welche Freiheit er meint. Ist es die Freiheit von etwas? Die Freiheit zu etwas? Antworten darauf kann die Philosophie geben, wenn sie nicht auf ihren Teilbereich der Ethik reduziert wird. Fehlen diese aber, so entsteht Verwirrung in der Diskussion über die zahlreichen Lösungsmöglichkeiten für die Krisen unserer Zeit. Dann wird beispielsweise rationales Handeln mit unmoralischem gleichgesetzt. Oder Freiheit mit uneingeschränkten Handlungsmöglichkeiten. Die fatale Folge ist überall sichtbar- wir sind weit davon entfernt, unsere Probleme zu lösen. Und da wir oft nicht wissen, worüber wir reden, ist eine ethische Bewertung auch nahezu unmöglich. So wichtig diese also ist- sie kann nur in einem breiteren Diskurs zwischen Philosophen und Ökonomen funktionieren.

    Das soll nicht heißen, dass die Welt der wissenschaftlichen Disziplinen aufgelöst werden sollte. Schließlich wissen wir spätestens seit Adam Smith, dass Spezialisierung und Arbeitsteilung so manchen nicht zu vernachlässigen Vorteil haben. Wohl selten wird es hervorragende Ökonometriker geben, die Spezialisten im Bereich der Freiheitstheorie sind. Aber wenn alle immer nur auf ihre Seite der Medaille schauen, dann können sie diese noch so gut verstehen: Sie werden niemals wissen, was das Beste für alle Seiten ist. Wo möglich, muss es deshalb Integration geben- das könnte bei Ethik als Pflichtfach für Wirtschaftswissenschaftler anfangen. Ebenso wichtig wäre aber beispielsweise eine wissenschaftstheoretische Aufarbeitung ökonomischer Modelle. Wo solche Integration nicht machbar scheint, braucht es aber zumindest Kommunikation. Auf jeden Fall aber muss eines klar werden: Am Ende betrachten wir alle dieselbe Welt.

    Autorin: Ina Jäntgen
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  • Deutschland – Entwicklungsland? Gründertum in Deutschland läuft mal so gar nicht

    Deutschland – Entwicklungsland? Gründertum in Deutschland läuft mal so gar nicht

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    Deutschland – Entwicklungsland? Gründertum in Deutschland läuft mal so gar nicht

    Wir in Hightech-Deutschland sehen uns gerne als wirtschaftliche Superhelden: Wir hatten 2017 das zweite Jahr in Folge den weltweit größten Überschuss in der Export-Import-Leistungsbilanz, seit vier Jahren die schwarze Null und jetzt außerdem mit 5,0 % die niedrigste Arbeitslosenquote seit der Wiedervereinigung. Es läuft also. So richtig. Außer wenn man die Gründungswissenschaftler fragt: Ob KfW, KPMG, die Konrad-Adenauer-Stiftung oder Leibniz Universität Hannover – sie alle bescheinigen Deutschland im Fach Unternehmensgründungen eine 6 oder gerade noch eine 5. Doch wenn wir das mit der nachhaltigen Transformation wirklich ernst meinen und schaffen wollen, müssen mehr smarte nachhaltige Innovationen, Geschäftsmodelle und mutige Gründer her, um der eingestaubten Wirtschaft mal Druck in Richtung mehr Nachhaltigkeit zu machen.

    Denn Start-Ups bringen nicht nur häufiger als etablierte Unternehmen disruptive Innovationen hervor, sie schaffen außerdem neue Arbeitsplätze und garantieren so die Zukunftsfähigkeit einer gesunden Volkswirtschaft. Dieser positive Zusammenhang ist wissenschaftlich bereits seit Jahrzehnten anerkannt und trotzdem stagnieren die Gründungsaktivitäten in Deutschland seit Jahren auf einem unterirdischen Niveau. 2016 betrug der Anteil der Gründer an der Gesamtbevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren in Deutschland lediglich 4,6 % – nur in Italien gab es eine geringere Gründerquote. Dabei sieht es in vergleichbaren Ländern wie Frankreich, das Vereinigte Königreich, die USA oder Kanada mit einer bis zu dreimal so hohen Gründerquote deutlich rosiger aus. Läuft also scheinbar gar nicht bei uns. Doch woran liegt das?

    1. Rahmenbedingungen

    Positiv auf die Gründungsaktivitäten wirken sich z.B. öffentliche Förderprogramme, der Schutz geistigen Eigentums, einfacher Markteintritt für neue Produkte und Dienstleistungen, sowie gute Finanzierungsmöglichkeiten aus. Hierbei schneidet Deutschland ganz okay ab (u.a. Finanzierungsmöglichkeiten) oder hat in den letzten Jahren aufgeholt (Öffentliche Förderprogramme). Jedoch liegen neun der 15 bewerteten Rahmenbedingungen im Global Entrepreneurship Monitor unterhalb des internationalen Durchschnitts: Vor allem die schulische, sowie außerschulische Gründerausbildung sind seit Jahren weit abgeschlagen.

    1. Wirtschaftliche Prosperität

    Die Konrad-Adenauer-Stiftung sieht einen Zusammenhang zwischen dem wirtschaftlichen Entwicklungsgrad eines Landes und dem Grad der Gründungsaktivitäten. Demnach zeigt sich, dass in Entwicklungsländern wie in Subsahara-Afrika die Menschen einerseits deutlich häufiger Geschäftschancen erkennen und andererseits diese auch ergreifen als in europäischen oder nordamerikanischen Ländern. Auch die KfW titelt passend „Beschäftigungsrekord mit Nebenwirkung: So wenige Gründer wie nie“ – es scheint so, als ob es für viele Deutsche einfach zu bequem ist, ihren sicheren Arbeitsplatz in einem Angestelltenverhältnis zu behalten anstatt die riskanter scheinende Selbständigkeit anzustreben.

    1. Gründungskultur

    Auch die gesellschaftlichen Werte und Normen, die beeinflussen wie wir der Selbständigkeit als Erwerbsalternative gegenüberstehen und wie wir (gescheiterte) Gründer behandeln, werden sehr schlecht bewertet. Vor allem die „Kultur des Scheiterns“ ist in Deutschland sehr gründungsfeindlich, da es immer noch als Stigma angesehen wird, wenn Gründer mit ihrer Geschäftsidee keinen Erfolg haben. Während es in den USA fast schon als Ehre gilt, wenn Entrepreneure von ihren gescheiterten Unternehmungen und dem daraus Gelernten erzählen können, gibt es in Deutschland erst zaghafte Schritte in diese Richtung. Ein positives Beispiel sind die s.g. „FuckUp Nights“, auf denen gescheiterte Gründer humorvoll ihre Geschichte erzählen und Mut machen. Auch scheint es „typisch deutsch“ zu sein, angehende Gründer mit kritischen Fragen zu ihrer Geschäftsidee zu überhäufen, anstatt unterstützend und motivierend einem Gründer erst einmal die Chance zu lassen, sich und seine Idee zu entwickeln. Vor allem gegenüber Frauen scheint es weiterhin patriarchalisch normal zu sein, ihnen zu „mensplainen“, wieso ihre Idee Quatsch sei. Diese Erfahrung durfte ich auch selbst machen: Nachdem ich über soziale Medien bekannt gegeben hatte, dass ich an einem Förderprogramm für nachhaltige Geschäftsideen teilnehme, wurden männliche Follower auf einmal zu Nachhaltigkeits- und Start-Up-Experten, von denen ich noch nicht mal wusste, dass sie überhaupt in der Lage sind ihren Müll zu trennen.

    Was können wir also tun, damit es bei den Gründungen besser läuft? Jeder kann ganz einfach aktiv werden!

    Informiert euch: viele Unis und Hochschulen haben eigene Gründungszentren, die regelmäßig interessante Veranstaltungen anbieten. Dabei könnt ihr entweder erfahren, auf was für coole Ideen Kommilitonen von euch kommen oder ihr macht bei Workshops mit, um selbst mehr über Entrepreneurship zu lernen. Und denkt bloß nicht, das sei langweilig! Meine Erfahrung zeigt, dass solche Events IMMER fancy, verrückt, kreativ, lustig, bunt und laut und nicht vergleichbar mit Vorlesungen oder Seminaren sind.

    Unterstützt: Wenn euch eine Idee gefällt, dann liked die Facebookseite oder tragt euch für Newsletter ein, um auf dem Laufenden über die Weiterentwicklung zu bleiben. Oder schaut euch Crowdfundingseiten wie Betterplace oder Startnext an und werdet schon mit kleinen Beträgen zum Start-Up-Finanzierer. Und wenn ihr neuen nachhaltigen Produkten begegnet, kauft sie doch einfach mal und probiert sie aus! Das sneep Jahresthema eignet sich übrigens auch prima, um grüne Gründer aus eurer Stadt zu einem Vortragabend einzuladen, damit sie ihre Geschichte erzählen.

    Seid offen: Unsere Welt steckt noch voller unentdeckter Potentiale und Möglichkeiten und gerade im Bereich Nachhaltigkeit bleibt viel zu tun. Fragt öfter „Warum?“, um Dinge in eurem Alltag zu hinterfragen und so Ideen zu entwickeln. Nutzt das Internet und die Schwarmintelligenz (z.B. bei sneep), um zu diskutieren wieso wir Sachen machen, wie wir sie machen und ob es nicht auch eine bessere Alternative gäbe. Ihr werdet überrascht sein, auf was für Ideen Menschen kommen und wie einfach wir oftmals nachhaltiger leben können.

    Seid mutig: Wenn ihr dann so richtig Blut geleckt habt, informiert euch über Förderprogramme und Wettbewerbe für (nachhaltiges) Unternehmertum, z.B. bei Social Impact, Impact Hub oder macht ein Praktikum in einem Start-Up (zu finden z.B. auf startupsucht.com). Und habt keine Angst: Gründertum geht um learning by doing und ein anerkanntes Credo ist „Fail early and often“ – ihr braucht also kein Vorwissen! Und wer weiß, vielleicht fühlt ihr euch irgendwann bereit dazu, EURE Idee tatsächlich weiter zu verfolgen und umzusetzen. Denn ganz ehrlich: Was kann uns schon passieren?!

    Linkliste zum Nach- und Weiterlesen:

    https://www.fuckupnightsfrankfurt.de/

    https://gruene-startups.de/

    https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Gr%C3%BCndungsmonitor/KfW-Gr%C3%BCndungsmonitor-2017.pdf

    https://www.wigeo.uni-hannover.de/uploads/tx_tkpublikationen/gem2016.pdf

    http://www.kas.de/wf/doc/kas_45216-544-2-30.pdf?160518135608

    Autorin: Mona Schelle
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  • Zukunft wird in Hamburg gemacht – Ein Interview mit Professorin Hensel-Börner

    Zukunft wird in Hamburg gemacht – Ein Interview mit Professorin Hensel-Börner

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    Zukunft wird in Hamburg gemacht

    Ein Interview mit Professorin Hensel-Börner

    Der Sommer 2018 war in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Deutschland ist überraschend früh aus der WM ausgeschieden, Helene Fischer hat sich politisch geäußert und es war so heiß, dass wir endlich mal die Auswirkungen des Klimawandels am eigenen Leib gespürt haben. Die WM und Helena Fischer haben wichtige gesellschaftliche Probleme gezeigt, das extreme Wetter führte dazu, dass der Bedarf an Veränderung, die uns vor einer Klimakatastrophe schützen, akut spürbar wurde. An der HSBA in Hamburg schickt Prof. Dr. Hensel-Börner im Master Digitale Transformation und Nachhaltigkeit die Studierenden auf eine Learning Journey um das Handwerkszeug für nachhaltige und digitale Veränderungen zu erlernen.

    Frau Professorin Hensel-Börner, mit der sneep ein Interview zum Thema Nachhaltigkeit und Digitalisierung führte, lehrt und forscht im Bereich Marketing. Der Status quo im Marketing, dass Konsumentinnen und Konsumenten zum Kauf von Produkten, die sie nicht benötigen, verführt werden, war Frau Prof. Hensel-Börners persönlicher Anstoß den Master ins Leben zu rufen. Durch diesen hohen Konsum an überflüssigen Produkten erleben wir einen Ressourcenverbrauch, der außerhalb der ökologischen Grenzen liegt. Aus der Überzeugung heraus, dass mit einem „Weiter-so“ dieser und anderer Domänen nicht fortgelebt werden kann, hat sie mit Kolleginnen und Kollegen anderer Fachrichtungen den Studiengang gegründet.

    Das Lehren über den verschwenderischen Ressourcenverbrauch darf dabei nicht dogmatisch sein sagt die Professorin. Bei diesem Thema erzählt sie von Ihrem 14-jährigen Sohn. In den Teenagerjahren, in denen häufig Markenprodukte bei der Suche nach der Identität ein Hilfsmittel sind, muss sie einige Male mit ihm diskutieren ob dieses oder jenes Produkt gebraucht wird. Trotz der Aufgeklärtheit und des Wissens um die Problematik um schnelllebige Mode grinst er über beide Ohren, wenn er zum Geburtstag eine modische Windjacke geschenkt bekommt.

    Mit dem zweiten Kernthema des Studiengangs Digitale Transformation werden in dem Masterstudiengang zwei Themen miteinander verbunden, die möglicherweise die wichtigsten Herausforderungen mehrerer Generationen sind. Aber wie genau gehören Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen? Digitalisierung für eine nachhaltige Entwicklung ist nicht nur ehemals ausgedruckte Skripte als PDF anzubieten. Es ist auch der Einsatz quantitativer Methoden um den Erfolg grüner Maßnahmen zu messen, um somit die erfolgversprechendsten Mittel zur Gestaltung nachhaltigen Wirtschaftens herauszufiltern. Betrachtet man das Curriculum des Studiengangs kann man keines der Module allein einem der Themen zuordnen. Frau Prof. Hensel-Börner begründet dies damit, dass jegliche Lehrinhalte danach bewertet werden soll, was er für digitale Transformation, was er für Nachhaltigkeit und was er für beides bedeutet. Ihr ist es wichtig, dass das in der Schule und Unternehmen vorgelebte Silo-denken aufgebrochen wird und die Studierenden interdisziplinär denken lernen. Diese Interdisziplinarität ist eine wichtige Fähigkeit der Change Agents, zu denen man als Studierender des Masters ausgebildet wird, da diese es erleichtert als Koordinator zwischen mehreren Abteilungen, Methoden oder Zielen eines Unternehmens zu vermitteln und in jeder Handlung des Unternehmens Digitalen Fortschritt und Nachhaltigkeit umzusetzen. Um dies zu verbildlichen erzählt Professorin Hensel-Börner von der Diskussion ob Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen in allen Abteilungen eines Unternehmens berücksichtigt werden sollen. Das Ergebnis dieser ist meist, dass eine verantwortliche Abteilung ausreicht um diese Themen abzudecken. Laut Prof. Hensel-Börner lauert genau dort die Gefahr des Silo-denkens. In so einem Fall handeln keine Abteilungen explizit bis auf eine auserkorene Corporate Social Responsability Abteilung (CSR) nach Nachhaltigkeitszielen. Wäre es aber so, dass jeder Mitarbeiter oder Mitarbeiterin der bzw. die Verantwortung hat, sich solchen Fragen zu stellen, hätten man im Ergebnis ein Unternehmen, das grundsätzlich nach social responsibilty Gesichtspunkten handelte. Beim Thema Digitalisierung sind sich dagegen alle einig, dass es ein Querschnittthema ist und alle betrifft. Dieser Stellenwert muss zweifelsohne auch für das Thema Nachhaltigkeit gelten.

    Mit den Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Digitale Transformation und Nachhaltigkeit bekommen wir hoffentlich nun mehr motivierte Menschen, die uns Mut für die Zukunft machen aber vor allem die Zukunft mit Mut gestalten.

    Weitere Informationen zum Studiengang finden Sie hier.

    Autorin: Henriette Weser
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