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  • Tipps zur Ressourcenschonung

    Tipps zur Ressourcenschonung

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    Tipps zur Ressourcenschonung (I)

    Die Lokalgruppe Kassel beschäftigt sich im Zuge der Social Media Kampagne mit Aufklärung zum Thema Nachhaltigkeit. Da die Ergebnisse nicht in den Tiefen von Plattformen verschwinden sollen, werden hier in kleinen Blogbeiträgen die Erkenntnisse mit allen Leserinnen und Lesern geteilt.

    Aufgrund diverser Probleme im Umgang mit Ressourcen widmeten wir uns von der Lokalgruppe sneep Kassel im ersten Halbjahr 2019 den Themen Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz. Neben fortlaufenden Projekten vor Ort, sammelten wir Wissen und Vorschläge für Änderungsmöglichkeiten rund um das Thema Ressourcen, die wir Euch in der zweiteiligen Reihe Ressourcenschonung darbieten.

    Das bekannte Problem: Verpackungen

    Verpackungsmüll wird immer offensichtlicher. Sei es beim Baden, Spazierengehen, auf dem Weg in die Uni, im Park. Aber vor allem: Im Urlaub.

    Müll gehört mittlerweile schon fast ins Landschaftsbild. Rumfliegende Plastikflaschen oder -tüten sind traurigerweise nichts Besonderes mehr an Stränden und ziehen seit einiger Zeit auch in Mitteleuropa in die Natur ein.

    Im Folgenden erläutern wir die Problematik und bieten Handlungsalternativen. Mit weiterführenden Links könnt ihr euer Wissen noch vertiefen, aber bereits die kleinen Tipps können große Unterschiede bewirken!

    1. Einwegflaschen

    In Deutschland werden stündlich 1,8 Millionen Einwegplastikflaschen verbraucht. Das bedeutet pro Tag ca. 43 Millionen, pro Jahr 16 Milliarden (16.000.000.000) Stück. In der Theorie werden all diese Einwegflaschen in den Supermarkt zurückgebracht, damit diese wiederverwendet werden können und als neue Flasche zurück in den Kreislauf wandern.  Ein schöner Gedanke. Leider sieht die Realität anders aus und neue Einwegflaschen bestehen in der Regel nur zu einem Viertel aus recycelten Flaschen. Somit sind von uns gekaufte Einwegflaschen zu drei Viertel aus neuen Kohlenstoffverbindungen hergestellt. [1; 2]

    Neben den notwendigen direkten Ressourcen wie Kunststoffgranulat für die Produktion einer neuen Einwegflasche sind noch weitere Ressourcen notwendig. Laut einer gemeinsamen Studie der Deutschen Umwelthilfe mit dem Beratungsunternehmen PriceWaterhouseCoopers entstehen durch die häufig nur einmalige Nutzung der EINWEG-Flaschen weitere hohe Ressourcenaufwendungen in der Herstellung, dem Transport sowie der Entsorgung. Bei Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette wird sichtbar, dass schon bei der Herstellung einer Einwegflasche viel Energie verbraucht wird, um die Kohlenstoffverbindungen einzuschmelzen und zu neuen Flaschen zu formen.  Darüber hinaus müssen die fertigen Flaschen zunächst zu ihrem und nach der Rückgabe von Konsumentinnen und Konsumenten, zum Recyclinghof mit dem LKW transportiert werden. Hierbei werden weitere Ressourcen verbraucht. Abschließend müssen die gesammelten Einwegflaschen gepresst, sortiert, geschreddert und wieder eingeschmolzen werden – weitere sehr energieintensive Produktionsschritte. [3; 4]

    Daher stellt der Kauf einer Einwegflasche einen immens hohen Ressourcenverbrauch dar. Aber auch die Rückgabe der genutzten Einwegflasche, ist ein schlechtes Geschäft für die Umwelt.

    2. To-Go Becher

    Auf dem Weg zur Arbeit schnell noch den leckeren Kaffee im Lieblingscafé im To-Go Becher gekauft – spart zwar scheinbar Zeit, birgt jedoch viele negative Umweltauswirkungen.

    Pro Stunde werden in Deutschland rund 320.000 Coffee-To-Go-Einwegbecher verbraucht. Allein die Nutzung der zugehörigen Plastikdeckel bedeuten zusätzliche 9.000 Tonnen Müll pro Jahr. Die vermeintlichen „Pappbecher“, welche jedoch auf der Innenseite mit Plastik beschichtet sind, lassen sich nicht einfach recyceln und bedeuten jährlich ca. 40.000 weitere Tonnen Einwegbechermüll. Neben den Abfällen sind mit der Nutzung eines To-Go-Bechers auch ein hoher Verbrauch von Ressourcen verbunden. Bei der Herstellung, dem Transport und der Entsorgung entstehen 83.000 Tonnen CO2-Emissionen, 1,2 Milliarden Liter Wasser werden verbraucht, 280 Millionen kWh Strom sind notwendig und 64.000 Tonnen Holz sowie 11.000 Tonnen Kunststoff werden eingesetzt. [5; 6; 8]

    Durch die Nutzung von To-Go-Bechern entstehen nicht nur Müllberge, sondern es werden unnötigerweise wichtige Ressourcen verbraucht, die Plastikbeschichtung beispielsweise führt zu höherem Erdölverbrauch. Außerdem führt die Zusammensetzung aus verschiedenen Produktgruppen (Karton, Plastik etc) dazu, dass benutzte Becher sehr viel schwieriger recycelt werden können.

    3. Plastiktüten

    Aber nicht nur To-Go Becher sind praktische, aber umweltschädliche Güter, denn wer kennt es nicht: Noch eben schnell einkaufen gehen und dummerweise keine Tüte dabeihaben. Trotz tausender Stoffbeutel zuhause, greift man deswegen häufig aus Bequemlichkeitsgründen schnell zur Plastiktüte.

    Leider verbraucht die Menschheit viel zu viele Plastiktüten. Aktuelle Schätzungen gehen von ungefähr einer Billionen Plastiktüten pro Jahr weltweit aus – eine unfassbare Menge! Rechnet man dies auf den einzelnen Bürger runter, kommt man auf über 70 Beutel pro Person plus 39 sogenannter Hemdchenbeutel – also Obsttüten, Plastiktüten von der Apotheke oder ähnliche sehr kleine Plastiktüten. In Zeiten von andauernden Diskussionen um Plastik und Ähnlichem finden wir: Diese Zahl muss runter, je weniger Tüten desto besser! [7]

    Das weiterhin größte Problem von Plastiktüten ist, dass sie größtenteils nicht recycelt werden. Somit verunstalten sie in manchen Fällen nicht nur die Umwelt, sondern werden dem Kreislauf dauerhaft entzogen. Dadurch muss noch mehr Rohöl gefördert werden und  Umweltprobleme werden mehr. Im Fall der verunstalteten Umwelt durch Plastiktüten ist die Wirkung auf die Natur gefährlich. Da Plastik sich nur sehr langsam in der Natur abbaut. Ein Abbauprozess dauert zwischen 20 und 100 Jahren sind keine Seltenheit. In diesem Zersetzungsprozess entstehen immer kleiner werdende Kohlenstoffverbindungen (Mikroplastik), die von Tieren als Futter wahrgenommen werden oder dauerhaft Trinkwasser verschmutzen – eine ungeheuerliche Problematik! [10]

    Was tun? Meckern hilft doch auch nicht weiter!

    a)      Schaffe Dir Dein eigenes, nachhaltiges Toolkit an!

    Mit (1.) wiederverwertbaren Glas- oder Edelstahlflaschen, (2.) einem Thermobecher auf Deinen Geschmack zugeschnitten oder mit (3.) deinem eigenen Stoffbeutel kannst Du erste Schritte hin zu einem nachhaltigen Toolkit machen. Damit bist Du auf alles wie Ressourcen- bzw. Kosteneinsparung oder Plastikeinsparungen vorbereitet.

    1.Glas- oder Edelstahlflasche

    Was können wir nun gegen die Verwendung von Einwegplastikflaschen tun?

    Beispielswiese verschönert eine eigene Edelstahl- oder Glasflasche nicht nur optisch im Alltag, sondern bietet auch noch weitere Vorteile.

    (Persönlicher) Ressourcenaufwand

    Zum einen muss man keine schweren Flaschen mehr vom Supermarkt nach Hause schleppen, die leeren Flaschen sammeln  und anschließend wieder zum Supermarkt oder einer anderen Sammelstelle tragen (denn neben dem kleinen Beitrag zum Wertstoffkreislauf, möchte man ja eventuell auch die 25 Cent Pfand wiederhaben).

    Kosteneinsparung

    Zum anderen spart man unglaubliche Mengen an Ressourcen. Am Wasserhahn aufgefüllt erhält man kühles und frisches Wasser, ohne Rückenschmerzen und dazu nachhaltig! Solltet ihr euch fragen, wo ihr im Alltag eure Flaschen auffüllen könnt? Z.B. weist die Initiative Refill in vielen Städten durch ihren Aufkleber darauf hin, welches Lokal, Restaurant, Einrichtung, etc. bereit ist eure Flasche kostenlos mit Leitungswasser zu füllen. Im Falle, dass in eurer Stadt Refill noch nicht vorhanden ist, könnt ihr ganz einfach auf deren Website mit Refill in Kontakt treten und neue Refill Stationen ausweisen.

    Weiterhin engagieren sich immer mehr Menschen, dass weitere Wasserspender an öffentlichen Einrichtungen installiert werden und die Möglichkeit bieten kostenloses Leitungswasser zu bekommen. So auch unsere Lokalgruppe Kassel, die aktuell im Kontakt mit der Universität Kassel steht.

    2. Personalisierter Thermobecher

    Eine gute Alternative zum To-Go-Becher stellt ein personalisierter Thermobecher dar. Nicht nur, dass er besser verschließbar ist und einen eher davor bewahrt sich die Hände zu verbrennen oder die Kleidung am Kaffeegenuss teilhaben zu lassen. Sondern ist auch die Isolation besser und der Kaffee oder das Heißgetränk bleibt länger warm und ermöglicht eine längere Freude. Viele Cafés, Bäcker oder auch Universitäten sind jetzt schon bereit die Heißgetränke auch in mitgebrachte Becher zu füllen (einfach fragen). Daneben bieten einige Cafés oder auch Universitäten (z.B. Universität Kassel) einen Rabatt an, wenn man einen eigenen Becher mitgebracht hat.

    3. Individueller Stoffbeutel

    Viele Universitäten, AStAs, Unternehmen, Krankenkassen, politische Parteien, Vereine o.ä. bieten mittlerweile kostenlose Tragetaschen als Werbegeschenk an. Beispielsweise in Kassel gibt es jedes Wintersemester eine Ersti-Tüte mit allerlei nützlichen Inhalten. Warum diese Tasche nicht einfach für den nächsten Einkauf verwenden? Die Vorteile sind offensichtlich:

    Kosteneinsparung

    Zuerst einmal ist es natürlich bedeutend billiger, als jedes Mal eine neue Tüte zu kaufen. Gehen wir von den oben genannten 70 Tüten pro Jahr pro Person aus: kostet jede dieser Tüten 25 Cent, sind das fast 20 Euro pro Jahr – was sicher sinnvoller verwendet werden kann.

    Individualität

    Auch sind die Tüten personalisierter und schöner als jede Supermarkttüte jemals sein könnte. Was individualisieren mit Produkten machen kann, hat man bei der Namensaktion auf Nuss-Nougat-Cremes ja gesehen: Leute standen ewig vor Regalen und haben sich „ihr“ Glas herausgesucht. Man stelle sich mal vor, dieses Level an Engagement würde sich auch bei Mehrwegtüten zeigen – die Ozeane hätten endlich wieder die Möglichkeit, sich etwas zu erholen.

    (Persönliche) Ressourceneinsparung

    Auch hilft das Nutzen eigener Tüten, ggf. Pfandflaschen oder ähnliches direkt mitzunehmen. Viel zu häufig passiert es, dass die Pfandflaschen wochenlang in der Wohnung rumstehen – mit kleinen Bierresten und mit bereits geöffneten Kronkorken ein willkommener Nährboden für allerlei Fliegen und andere kleine Insekten. Durch das konsequente Mitnehmen von Tüten und den damit einhergehenden Flaschen hältst Du die Wohnung sauber, gibst den Abfüllern wertvolle Ressourcen zurück und sparst Plastiktüten!

    Trotz allem, es passiert, dass man spontan in den Supermarkt geht und einfach keine Tüte dabeihat – und dann?

    Dann hat man die Möglichkeit, bereits leere Kartons, z.B. für Spagetti Packungen, als Ersatztüte zu benutzen. Diese stehen in jedem Supermarkt irgendwo rum und bedeuten auch Mehraufwand für das Personal. Durch das Upcycling dieses „Abfalls“ spart man also nicht nur Ressourcen, man gibt den häufig sehr hart arbeitenden Mitarbeiter*innen auch eine kurze Pause.

    Quellen

    [1] Deutsche Umwelthilfe: Mehrweg ist Klimaschutz. Unter:
    https://www.duh.de/mehrweg-klimaschutz0/einweg-plastikflaschen/

    [2] Quarks (2018): So warden Plastikflaschen wiederverwertet
    https://www.quarks.de/umwelt/muell/so-werden-plastikflaschen-wiederverwertet/

    [3] Deutsche Umwelthilfe/PriceWaterhouseCoopers (2016): Mehrweg- und Recyclingsysteme für ausgewählte Getränkeverpackungen aus Nachhaltigkeitssicht. Unter:
    http://www.duh.de/uploads/tx_duhdownloads/DUH_Getraenkeverpackungssysteme.pdf

    [4] Umweltbundesamt (2016): Prüfung und Aktualisierung der Ökobilanzen für Getränkeverpackungen. Unter:
    https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/texte_19_2016_pruefung_und_aktualisierung_der_oekobilanzen_fuer_gertaenkeverpackungen_0.pdf

    [5] Deutsche Umwelthilfe: Mehrweg to Go. Unter:
    https://www.duh.de/becherheld/

    [6] Zeit Online (2017): Kaffeebecher: Greenwashing to Go? Unter:
    https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-08/kaffeebecher-pfand-nachhaltigkeit-umweltschutz/

    [7] Deutsche Umwelthilfe: Gute Tüte, schlechte Tüte: Hier geht’s zum Check! Unter:
    https://www.duh.de/themen/recycling/plastik/plastiktueten/

    [8] Deutsche Umwelthilfe (2015): Coffee to go-Einwegbecher – Umweltauswirkungen und Alternativen. Unter:
    https://www.duh.de/uploads/tx_duhdownloads/DUH_Coffee-to-go_Hintergrund_01.pdf

    [10] Steensgaard, I. M., Syberg, K., Rist, S., Hartmann, N. B., Boldrin, A., & Hansen, S. F. (2017). From macro-to microplastics-Analysis of EU regulation along the life cycle of plastic bags. Environmental pollution, 224, 289-299. Unter:
    https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S026974911631898X

    Autoren: Eric Siems und Wolfgang Bichler-Riedl (sneep Kassel)
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  • Herbsttagung 2019 „Nach uns UTOPIA“ in Zittau

    Herbsttagung 2019 „Nach uns UTOPIA“ in Zittau

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    „Nach uns UTOPIA – Wege in eine (klima)gerechte Zukunft“

    Die sneep-Herbsttagung 2019 in Zittau steht an!

    Vom 24. bis 27.10.2019 laden wir euch ganz herzlich nach Zittau ein. Unter dem Titel „Nach uns Utopia – Wege in eine (klima)gerechte Zukunft“ wollen wir uns gemeinsam der wohl drängendsten Frage unserer Zeit widmen und gemeinsam Handlungsoptionen entdecken und umsetzen. Euch erwartet ein vielfältiges Programm mit Vorträgen, Workshops und Themenforen sowie einem abwechslungsreichen Abendprogramm. Genauere Hinweise auf all das, was euch an diesem Wochenende erwartet, findet ihr unten im Tagungskonzept.

    Ihr habt Fragen zur Tagung? Dann schreibt uns eine E-Mail an: den Vorstand.
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    Die Tagungen sind stets eine perfekte Gelegenheit sich kennenzulernen, untereinander auszutauschen und zu vernetzen. Nicht nur sneep-interne Themen werden hier diskutiert sondern auch Aktuelles aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaftsethik. Erlebt den sneep-Spirit und meldet euch jetzt an!

    Für sneeps mit Sharepoint-Zugang: Anmeldelink

    Falls ihr keinen Zugang habt, meldet euch bei vera.schwarzmann@sneep.info

    Wir freuen uns auf euch :)

    Die Anmeldung ist bis 30.09.2019 möglich!

    Diese Veranstaltung wird gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Präventionsrat des Landes Sachsen im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Zittau.

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  • City-Maut: Wer ausstößt, soll auch zahlen

    City-Maut: Wer ausstößt, soll auch zahlen

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    City-Maut: Wer ausstößt, soll zahlen

    Ein Vorschlag für eine saubere Lösung dreckiger Probleme

    Kaum ein Tag vergeht, ohne dass eine neue Meldung über schmutzige Diesel und noch schmutzigere Städte in den Nachrichten erscheint. Seit dem Aufdecken des Dieselabgas-skandals vor gut vier Jahren folgt eine Unschuldsbeteuerung der nächsten. Niemand will von millionenfach illegal eingebauten Abschalteinrichtungen in Diesel-Pkw auf Prüfständen gewusst haben. Warum auch? Denn nur so konnten die Autobauer Dieselwagen als umweltfreundliche Art zu reisen propagieren und den Verkauf ankurbeln. Verbraucherinnen und Verbraucher wurden reihenweise getäuscht. Tricksende Unternehmen und untätige Politikerinnen und Politiker nahmen (und nehmen noch immer) in Kauf, dass seit Jahren über 80 000 Personen jährlich frühzeitig aufgrund von Luftverschmutzung in deutschen Städten sterben (European Environment Agency , 2017). Maßnahmen der Bundesregierung zur Verringerung der Feinstaub- und Stickoxidbelastung zeigten kaum Wirkung. Gegen den Wunsch der Regierung versuchen viele Städte nun das städtische Luftverschmutzungsproblem mit Diesel-Fahrverboten zu bekämpfen. Eine weitere Option um die Luft unserer Städte sauberer zu machen wäre die Einführung einer City-Maut.

    Doch der Möglichkeit eine Gebühr zu verlangen, dafür dass unsere Städte verschmutzt werden dürfen, wird kaum Beachtung geschenkt. Dabei ist die Wirkung einer City-Maut unter Ökonomen weit verbreitet und anerkannt: Individuen betrachten bei der Entscheidung, ob eine Fahrt in die Stadt unternommen werden sollte, nur ihre eigenen Kosten. Private Spritkosten und Zeitkosten werden dem privaten Nutzen der Fahrt gegenübergestellt. Niemand bedenkt aber die Kosten, die durch diese Fahrt der Gesellschaft aufgebürdet werden. Niemand denkt über den Schadstoffausstoß nach, den diese Fahrt mit sich bringt. Der Grund hierfür ist eindeutig: es kostet ja nichts in die Stadt zu fahren und Stickstoffoxide und Feinstaub massenweise in die Luft zu stoßen. Die Lösung der Nichtbeachtung externer Umweltkosten des Straßenverkehrs liegt in der City-Maut: Eine Gebühr, die genau den externen sozialen Kosten durch emittierte Schadstoffe entspricht, konfrontiert die Individuen mit den wahren Kosten der unternommenen Fahrt. Sollte die persönliche Wertschätzung der Fahrt noch immer größer als der Preis sein, entscheidet man sich für die Fahrt. Wenn nicht, wird auf die Fahrt verzichtet und man weicht auf Alternativen aus. Eine verursachergerechte Preissetzung führt also zu einer gesellschaftlich optimalen Schadstoffmenge.

    Dieselfahrerinnen und Dieselfahrer, die beim Kauf ihrer Fahrzeuge Investitionen getätigt haben, werden durch Dieselfahrverbote unverhältnismäßig stark getroffen. Kann nicht der Großteil der Dieselbesitzerinnen und Dieselbesitzer, die dachten einen umwelt- und klimafreundlicheren Kraftstoff zu nutzen, auch als Opfer der Industrie bezeichnet werden? Vom Ressourcenverbrauch durch den Rebound-Effekt, dass funktionierende Autos ausgemustert und durch neue ersetzt werden, ganz zu schweigen.

    Anstatt eine wirkliche Unterstützung für die getäuschten Verbraucherinnen und Verbraucher zu sein, führen Fahrverbote somit zu großen Werteverlusten des eingesetzten Kapitals. Eine City-Maut würde dies umgehen.

    Eine City-Maut lässt Emissionen, im Gegensatz zu Fahrverboten, außerdem großflächig senken. Die aktuell eingeführten Fahrverbote in deutschen Städten gelten oft nur auf besonders belasteten und verschmutzten Straßen. Durch das Ausweichen auf andere Straßen, wird dann eben einfach in der Nachbarstraße emittiert – ob sich der gewünschte Effekt so einstellen wird, ist fraglich. Eine City-Maut-Zone allerdings würde im gesamten Innenstadtbereich die Emissionen verringern. Es muss dann auf den ÖPNV ausgewichen werden, der billiger ist und im Schnitt auch weniger pro Person emittiert.

    Vor allem aber wird in der ganzen Debatte komplett vergessen, dass auch Benziner keine Unschuldslämmer sind. Ist der Diesel zwar Vorreiter beim Emittieren von Stickstoffoxiden, emittieren auch Benzin-Wagen in hohem Maße gesundheitsschädlichen Feinstaub. Und durch ständigen Reifenabrieb trägt sowieso jedes Fahrzeug zu Feinstaubemissionen bei. Niemand kann garantieren, dass in Zukunft nicht auch Benzin-Fahrverbote eingeführt werden. Die Konsumentinnen und Konsumenten würden allein durch Fahrverbote also weiterhin in Ungewissheit über Konsequenzen und ihre Rechte gelassen werden. Eine City-Maut hält stattdessen jedem Fahrer, ganz egal ob Diesel- oder Benzinwagen, die wahren sozialen Kosten der Fahrt vor Augen.

    Eine emissionsabhängige City-Maut, die nach Kraftstoffklasse und Fahrzeugart differenziert, würde verursachergerecht jedem den korrekten Preis der Grenzkosten der Fahrt entgegensetzen. Die Einnahmen, die staatliche Behörden durch die Maut generieren, sollten in Infrastruktur und ÖPNV-Verbesserungen investiert werden. Nur durch ein effektives ÖPNV-Netz ist die Funktionsfähigkeit einer City-Maut garantiert. Beispielhaft für eine emissionsabhängige, effektive City-Maut, kann der Ecopass in Mailand betrachtet werden. Von 2008-2011 verringerten sich so die Feinstaubemissionen in der mailändischen Innenstadt um 15% und außerdem konnte gleichzeitig der Weg zu einer „grüneren“ Fahrzeugflotte geebnet werden (Kodukula und Morandini, 2013).

    Autorin: Leonie Grob
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  • Be the Change! Wählen gehen bei der Europawahl am 26. Mai 2019

    Be the Change! Wählen gehen bei der Europawahl am 26. Mai 2019

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    Be the Change! Wählen gehen bei der Europawahl am 26. Mai 2019

    Am 26. Mai werden die Abgeordneten für das europäische Parlament gewählt. Das ist Deine Chance mitzugestalten, wie das Parlament für die kommende fünf Jahre aufgebaut sein wird und welche Themen auf die Agenda kommen.

    Zivilgesellschaftliches Engagement bedeutet nicht nur im lokalen Sportverein die Jugend zu trainieren, ehrenamtlich Deutschunterricht zu geben oder eine Podiumsdiskussion zu Finanzkriminalität zu organisieren. Der wichtigste und einfachste Bestandteil ist es, die Möglichkeit zur demokratischen Wahl zu nutzen und die eigene Stimme abzugeben, denn Wirtschafts- und Unternehmensethik, Toleranz und das Bekämpfen der Klimakrise ist keine Selbstverständlichkeit.

    Das Europäische Parlament beschließt zusammen mit dem Rat der Europäischen Union Gesetze. Es prüft die Gesetzesvorschläge, die die Europäische Kommission ausgearbeitet hat und wirkt somit direkt auf den Gesetzgebungsprozess der Union ein. Zudem wirkt das Europäische Parlament als Kontrollinstanz für die Europäische Kommission und kann dieser im Zweifel das Misstrauen aussprechen.

    Also ran an die Urnen und Briefwahlzettel um für Demokratie und Deine Werte einstehen.

    Hier gibt es mehr Infos zu den Wahlen, dem europäischen Parlament, den deutschen Kandidaten, zur Briefwahl und euren Entscheidungshelferlein Wahl-o-mat und deinwal.de.

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  • Frühjahrstagung 2019 „Konsum neu gedacht“ in Münster

    Frühjahrstagung 2019 „Konsum neu gedacht“ in Münster

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    „Konsum neu gedacht“

    Die sneep-Frühjahrstagung 2019 in Münster steht an!

    Vom 25.04.2019 bis 28.04.2019 laden wir euch sehr herzlich ein, an der diesjährigen sneep-Frühjahrstagung in Münster teilzunehmen. Euch erwartet ein vielfältiges Programm rund um das Thema „Konsum neu gedacht“ mit interessanten Vorträgen und Workshops sowie einem abwechslungsreichen Abendprogramm. Mehr Infos zum Programm findet ihr weiter unten auf der Seite oder auf Facebook.

    Einen besonderen Dank vorab an unsere Hauptunterstützer Oikocredit Westdeutscher Förderkreis und pr://ip – Primus Inter Pares!

    Außerdem bedanken wir uns bei Biobäckerei cibaria, BYOFIT, Delinat, FIBUR – ethisch-ökologische Versicherungenliba, Macondo Publishing GmbH, nucao, SONNENTOR, UmweltBank, VITAM Hefe-Produkt GmbH und Zwergenwiese Naturkost GmbH :)

    Ihr habt Fragen zur Tagung? Dann schreibt uns eine E-Mail an: den Vorstand.

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    Die Tagungen sind stets eine perfekte Gelegenheit sich kennenzulernen, untereinander auszutauschen und zu vernetzen. Nicht nur sneep-interne Themen werden hier diskutiert sondern auch Aktuelles aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaftsethik. Erlebt den sneep-Spirit und meldet euch jetzt an!

    Der Anmeldezeitraum ist beendet.
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