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  • Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

    Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

     

    sneep e. V. wünscht allen frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2019! Vielen Dank für Ihr bzw. euer Vertrauen und die gute Unterstützung, mit der wir ein erfolgreiches und schönes Jahr hatten!

    Hinter uns liegt ein ereignisreiches und buntes Jahr 2018, in dem wir viel erreichen konnten.

  • Wir müssen reden! Eine Forderung nach einem wirtschaftsphilosophischen Diskurs

    Wir müssen reden! Eine Forderung nach einem wirtschaftsphilosophischen Diskurs

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    Wir müssen reden!

    Eine Forderung nach einem wirtschaftsphilosophischen Diskurs

    Alle sind sich einig- unsere Wirtschaft muss ethisch werden. Nur wie? Die Antwort darauf kann nur in einer wissenschaftlichen Zusammenarbeit der Ökonomen mit den Philosophen liegen- nicht nur in der Wirtschaftsethik.

    Angesichts aktueller Krisen wird in unserer Gesellschaft viel darüber diskutiert, wer denn nun dafür Sorge zu tragen hat, dass unsere Wirtschaft ethisch wird. Was dabei kaum berücksichtigt wird, ist die zugrundeliegende Frage: Was macht eine ethische Wirtschaft eigentlich aus? Eine Antwort darauf kann nur eine Wissenschaft geben, die Philosophie und Wirtschaft als das, was sie sind, betrachtet: zwei Seiten derselben Medaille menschlichen Daseins.

    Diese Erkenntnis ist im doppelten Sinne nicht neu. Dass Wirtschaft und Philosophie zusammengedacht werden können, beweisen eine Reihe von Wirtschaftsphilosophen. Dies bleibt aber eben eine Spezialisierung. Der große Mainstream beider Disziplinen beschäftigt sich kaum mit solchen Fragestellungen. Geschichtlich betrachtet ist gerade dies das Neue. Jahrhundertelang wurden heutige Fragen der VWL in der Philosophie diskutiert, bevor jene sich als eigenständige wissenschaftliche Disziplin abtrennte. Wenn Karl Marx über Preise nachdachte, dann immer auch über Werte. Heute setzt der Marktpreis den Wert eines Gutes fest. Über diesen als moralische Instanz wird dabei nicht mehr reflektiert. Kürzlich wurde eben das hier im Blog kritisiert. Der Ansatz passt. Die Forderung, Ethik in die Wirtschaftswissenschaften zu integrieren, geht aber nicht weit genug.

    Die Werthaltigkeit ökonomischer Methoden zu analysieren oder eine ethische Diskussion über Wohlfahrtskriterien zu führen wären wichtige Ansätze auf dem Weg zu einer moralischen Wirtschaft. Ebenso wichtig ist aber eine philosophische Reflexion über die in der ökonomischen Argumentation verwendeten Konzepte. Verantwortung, Rationalität, Staat, Arbeit, Eigentum- um nur einige zu nennen. Wer zum Beispiel für die Freiheit der Konsumenten argumentieren möchte, sollte verstehen, welche Freiheit er meint. Ist es die Freiheit von etwas? Die Freiheit zu etwas? Antworten darauf kann die Philosophie geben, wenn sie nicht auf ihren Teilbereich der Ethik reduziert wird. Fehlen diese aber, so entsteht Verwirrung in der Diskussion über die zahlreichen Lösungsmöglichkeiten für die Krisen unserer Zeit. Dann wird beispielsweise rationales Handeln mit unmoralischem gleichgesetzt. Oder Freiheit mit uneingeschränkten Handlungsmöglichkeiten. Die fatale Folge ist überall sichtbar- wir sind weit davon entfernt, unsere Probleme zu lösen. Und da wir oft nicht wissen, worüber wir reden, ist eine ethische Bewertung auch nahezu unmöglich. So wichtig diese also ist- sie kann nur in einem breiteren Diskurs zwischen Philosophen und Ökonomen funktionieren.

    Das soll nicht heißen, dass die Welt der wissenschaftlichen Disziplinen aufgelöst werden sollte. Schließlich wissen wir spätestens seit Adam Smith, dass Spezialisierung und Arbeitsteilung so manchen nicht zu vernachlässigen Vorteil haben. Wohl selten wird es hervorragende Ökonometriker geben, die Spezialisten im Bereich der Freiheitstheorie sind. Aber wenn alle immer nur auf ihre Seite der Medaille schauen, dann können sie diese noch so gut verstehen: Sie werden niemals wissen, was das Beste für alle Seiten ist. Wo möglich, muss es deshalb Integration geben- das könnte bei Ethik als Pflichtfach für Wirtschaftswissenschaftler anfangen. Ebenso wichtig wäre aber beispielsweise eine wissenschaftstheoretische Aufarbeitung ökonomischer Modelle. Wo solche Integration nicht machbar scheint, braucht es aber zumindest Kommunikation. Auf jeden Fall aber muss eines klar werden: Am Ende betrachten wir alle dieselbe Welt.

    Autorin: Ina Jäntgen
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  • Deutschland – Entwicklungsland? Gründertum in Deutschland läuft mal so gar nicht

    Deutschland – Entwicklungsland? Gründertum in Deutschland läuft mal so gar nicht

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    Deutschland – Entwicklungsland? Gründertum in Deutschland läuft mal so gar nicht

    Wir in Hightech-Deutschland sehen uns gerne als wirtschaftliche Superhelden: Wir hatten 2017 das zweite Jahr in Folge den weltweit größten Überschuss in der Export-Import-Leistungsbilanz, seit vier Jahren die schwarze Null und jetzt außerdem mit 5,0 % die niedrigste Arbeitslosenquote seit der Wiedervereinigung. Es läuft also. So richtig. Außer wenn man die Gründungswissenschaftler fragt: Ob KfW, KPMG, die Konrad-Adenauer-Stiftung oder Leibniz Universität Hannover – sie alle bescheinigen Deutschland im Fach Unternehmensgründungen eine 6 oder gerade noch eine 5. Doch wenn wir das mit der nachhaltigen Transformation wirklich ernst meinen und schaffen wollen, müssen mehr smarte nachhaltige Innovationen, Geschäftsmodelle und mutige Gründer her, um der eingestaubten Wirtschaft mal Druck in Richtung mehr Nachhaltigkeit zu machen.

    Denn Start-Ups bringen nicht nur häufiger als etablierte Unternehmen disruptive Innovationen hervor, sie schaffen außerdem neue Arbeitsplätze und garantieren so die Zukunftsfähigkeit einer gesunden Volkswirtschaft. Dieser positive Zusammenhang ist wissenschaftlich bereits seit Jahrzehnten anerkannt und trotzdem stagnieren die Gründungsaktivitäten in Deutschland seit Jahren auf einem unterirdischen Niveau. 2016 betrug der Anteil der Gründer an der Gesamtbevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren in Deutschland lediglich 4,6 % – nur in Italien gab es eine geringere Gründerquote. Dabei sieht es in vergleichbaren Ländern wie Frankreich, das Vereinigte Königreich, die USA oder Kanada mit einer bis zu dreimal so hohen Gründerquote deutlich rosiger aus. Läuft also scheinbar gar nicht bei uns. Doch woran liegt das?

    1. Rahmenbedingungen

    Positiv auf die Gründungsaktivitäten wirken sich z.B. öffentliche Förderprogramme, der Schutz geistigen Eigentums, einfacher Markteintritt für neue Produkte und Dienstleistungen, sowie gute Finanzierungsmöglichkeiten aus. Hierbei schneidet Deutschland ganz okay ab (u.a. Finanzierungsmöglichkeiten) oder hat in den letzten Jahren aufgeholt (Öffentliche Förderprogramme). Jedoch liegen neun der 15 bewerteten Rahmenbedingungen im Global Entrepreneurship Monitor unterhalb des internationalen Durchschnitts: Vor allem die schulische, sowie außerschulische Gründerausbildung sind seit Jahren weit abgeschlagen.

    1. Wirtschaftliche Prosperität

    Die Konrad-Adenauer-Stiftung sieht einen Zusammenhang zwischen dem wirtschaftlichen Entwicklungsgrad eines Landes und dem Grad der Gründungsaktivitäten. Demnach zeigt sich, dass in Entwicklungsländern wie in Subsahara-Afrika die Menschen einerseits deutlich häufiger Geschäftschancen erkennen und andererseits diese auch ergreifen als in europäischen oder nordamerikanischen Ländern. Auch die KfW titelt passend „Beschäftigungsrekord mit Nebenwirkung: So wenige Gründer wie nie“ – es scheint so, als ob es für viele Deutsche einfach zu bequem ist, ihren sicheren Arbeitsplatz in einem Angestelltenverhältnis zu behalten anstatt die riskanter scheinende Selbständigkeit anzustreben.

    1. Gründungskultur

    Auch die gesellschaftlichen Werte und Normen, die beeinflussen wie wir der Selbständigkeit als Erwerbsalternative gegenüberstehen und wie wir (gescheiterte) Gründer behandeln, werden sehr schlecht bewertet. Vor allem die „Kultur des Scheiterns“ ist in Deutschland sehr gründungsfeindlich, da es immer noch als Stigma angesehen wird, wenn Gründer mit ihrer Geschäftsidee keinen Erfolg haben. Während es in den USA fast schon als Ehre gilt, wenn Entrepreneure von ihren gescheiterten Unternehmungen und dem daraus Gelernten erzählen können, gibt es in Deutschland erst zaghafte Schritte in diese Richtung. Ein positives Beispiel sind die s.g. „FuckUp Nights“, auf denen gescheiterte Gründer humorvoll ihre Geschichte erzählen und Mut machen. Auch scheint es „typisch deutsch“ zu sein, angehende Gründer mit kritischen Fragen zu ihrer Geschäftsidee zu überhäufen, anstatt unterstützend und motivierend einem Gründer erst einmal die Chance zu lassen, sich und seine Idee zu entwickeln. Vor allem gegenüber Frauen scheint es weiterhin patriarchalisch normal zu sein, ihnen zu „mensplainen“, wieso ihre Idee Quatsch sei. Diese Erfahrung durfte ich auch selbst machen: Nachdem ich über soziale Medien bekannt gegeben hatte, dass ich an einem Förderprogramm für nachhaltige Geschäftsideen teilnehme, wurden männliche Follower auf einmal zu Nachhaltigkeits- und Start-Up-Experten, von denen ich noch nicht mal wusste, dass sie überhaupt in der Lage sind ihren Müll zu trennen.

    Was können wir also tun, damit es bei den Gründungen besser läuft? Jeder kann ganz einfach aktiv werden!

    Informiert euch: viele Unis und Hochschulen haben eigene Gründungszentren, die regelmäßig interessante Veranstaltungen anbieten. Dabei könnt ihr entweder erfahren, auf was für coole Ideen Kommilitonen von euch kommen oder ihr macht bei Workshops mit, um selbst mehr über Entrepreneurship zu lernen. Und denkt bloß nicht, das sei langweilig! Meine Erfahrung zeigt, dass solche Events IMMER fancy, verrückt, kreativ, lustig, bunt und laut und nicht vergleichbar mit Vorlesungen oder Seminaren sind.

    Unterstützt: Wenn euch eine Idee gefällt, dann liked die Facebookseite oder tragt euch für Newsletter ein, um auf dem Laufenden über die Weiterentwicklung zu bleiben. Oder schaut euch Crowdfundingseiten wie Betterplace oder Startnext an und werdet schon mit kleinen Beträgen zum Start-Up-Finanzierer. Und wenn ihr neuen nachhaltigen Produkten begegnet, kauft sie doch einfach mal und probiert sie aus! Das sneep Jahresthema eignet sich übrigens auch prima, um grüne Gründer aus eurer Stadt zu einem Vortragabend einzuladen, damit sie ihre Geschichte erzählen.

    Seid offen: Unsere Welt steckt noch voller unentdeckter Potentiale und Möglichkeiten und gerade im Bereich Nachhaltigkeit bleibt viel zu tun. Fragt öfter „Warum?“, um Dinge in eurem Alltag zu hinterfragen und so Ideen zu entwickeln. Nutzt das Internet und die Schwarmintelligenz (z.B. bei sneep), um zu diskutieren wieso wir Sachen machen, wie wir sie machen und ob es nicht auch eine bessere Alternative gäbe. Ihr werdet überrascht sein, auf was für Ideen Menschen kommen und wie einfach wir oftmals nachhaltiger leben können.

    Seid mutig: Wenn ihr dann so richtig Blut geleckt habt, informiert euch über Förderprogramme und Wettbewerbe für (nachhaltiges) Unternehmertum, z.B. bei Social Impact, Impact Hub oder macht ein Praktikum in einem Start-Up (zu finden z.B. auf startupsucht.com). Und habt keine Angst: Gründertum geht um learning by doing und ein anerkanntes Credo ist „Fail early and often“ – ihr braucht also kein Vorwissen! Und wer weiß, vielleicht fühlt ihr euch irgendwann bereit dazu, EURE Idee tatsächlich weiter zu verfolgen und umzusetzen. Denn ganz ehrlich: Was kann uns schon passieren?!

    Linkliste zum Nach- und Weiterlesen:

    https://www.fuckupnightsfrankfurt.de/

    https://gruene-startups.de/

    https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Gr%C3%BCndungsmonitor/KfW-Gr%C3%BCndungsmonitor-2017.pdf

    https://www.wigeo.uni-hannover.de/uploads/tx_tkpublikationen/gem2016.pdf

    http://www.kas.de/wf/doc/kas_45216-544-2-30.pdf?160518135608

    Autorin: Mona Schelle
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  • Zukunft wird in Hamburg gemacht – Ein Interview mit Professorin Hensel-Börner

    Zukunft wird in Hamburg gemacht – Ein Interview mit Professorin Hensel-Börner

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    Zukunft wird in Hamburg gemacht

    Ein Interview mit Professorin Hensel-Börner

    Der Sommer 2018 war in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Deutschland ist überraschend früh aus der WM ausgeschieden, Helene Fischer hat sich politisch geäußert und es war so heiß, dass wir endlich mal die Auswirkungen des Klimawandels am eigenen Leib gespürt haben. Die WM und Helena Fischer haben wichtige gesellschaftliche Probleme gezeigt, das extreme Wetter führte dazu, dass der Bedarf an Veränderung, die uns vor einer Klimakatastrophe schützen, akut spürbar wurde. An der HSBA in Hamburg schickt Prof. Dr. Hensel-Börner im Master Digitale Transformation und Nachhaltigkeit die Studierenden auf eine Learning Journey um das Handwerkszeug für nachhaltige und digitale Veränderungen zu erlernen.

    Frau Professorin Hensel-Börner, mit der sneep ein Interview zum Thema Nachhaltigkeit und Digitalisierung führte, lehrt und forscht im Bereich Marketing. Der Status quo im Marketing, dass Konsumentinnen und Konsumenten zum Kauf von Produkten, die sie nicht benötigen, verführt werden, war Frau Prof. Hensel-Börners persönlicher Anstoß den Master ins Leben zu rufen. Durch diesen hohen Konsum an überflüssigen Produkten erleben wir einen Ressourcenverbrauch, der außerhalb der ökologischen Grenzen liegt. Aus der Überzeugung heraus, dass mit einem „Weiter-so“ dieser und anderer Domänen nicht fortgelebt werden kann, hat sie mit Kolleginnen und Kollegen anderer Fachrichtungen den Studiengang gegründet.

    Das Lehren über den verschwenderischen Ressourcenverbrauch darf dabei nicht dogmatisch sein sagt die Professorin. Bei diesem Thema erzählt sie von Ihrem 14-jährigen Sohn. In den Teenagerjahren, in denen häufig Markenprodukte bei der Suche nach der Identität ein Hilfsmittel sind, muss sie einige Male mit ihm diskutieren ob dieses oder jenes Produkt gebraucht wird. Trotz der Aufgeklärtheit und des Wissens um die Problematik um schnelllebige Mode grinst er über beide Ohren, wenn er zum Geburtstag eine modische Windjacke geschenkt bekommt.

    Mit dem zweiten Kernthema des Studiengangs Digitale Transformation werden in dem Masterstudiengang zwei Themen miteinander verbunden, die möglicherweise die wichtigsten Herausforderungen mehrerer Generationen sind. Aber wie genau gehören Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen? Digitalisierung für eine nachhaltige Entwicklung ist nicht nur ehemals ausgedruckte Skripte als PDF anzubieten. Es ist auch der Einsatz quantitativer Methoden um den Erfolg grüner Maßnahmen zu messen, um somit die erfolgversprechendsten Mittel zur Gestaltung nachhaltigen Wirtschaftens herauszufiltern. Betrachtet man das Curriculum des Studiengangs kann man keines der Module allein einem der Themen zuordnen. Frau Prof. Hensel-Börner begründet dies damit, dass jegliche Lehrinhalte danach bewertet werden soll, was er für digitale Transformation, was er für Nachhaltigkeit und was er für beides bedeutet. Ihr ist es wichtig, dass das in der Schule und Unternehmen vorgelebte Silo-denken aufgebrochen wird und die Studierenden interdisziplinär denken lernen. Diese Interdisziplinarität ist eine wichtige Fähigkeit der Change Agents, zu denen man als Studierender des Masters ausgebildet wird, da diese es erleichtert als Koordinator zwischen mehreren Abteilungen, Methoden oder Zielen eines Unternehmens zu vermitteln und in jeder Handlung des Unternehmens Digitalen Fortschritt und Nachhaltigkeit umzusetzen. Um dies zu verbildlichen erzählt Professorin Hensel-Börner von der Diskussion ob Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen in allen Abteilungen eines Unternehmens berücksichtigt werden sollen. Das Ergebnis dieser ist meist, dass eine verantwortliche Abteilung ausreicht um diese Themen abzudecken. Laut Prof. Hensel-Börner lauert genau dort die Gefahr des Silo-denkens. In so einem Fall handeln keine Abteilungen explizit bis auf eine auserkorene Corporate Social Responsability Abteilung (CSR) nach Nachhaltigkeitszielen. Wäre es aber so, dass jeder Mitarbeiter oder Mitarbeiterin der bzw. die Verantwortung hat, sich solchen Fragen zu stellen, hätten man im Ergebnis ein Unternehmen, das grundsätzlich nach social responsibilty Gesichtspunkten handelte. Beim Thema Digitalisierung sind sich dagegen alle einig, dass es ein Querschnittthema ist und alle betrifft. Dieser Stellenwert muss zweifelsohne auch für das Thema Nachhaltigkeit gelten.

    Mit den Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Digitale Transformation und Nachhaltigkeit bekommen wir hoffentlich nun mehr motivierte Menschen, die uns Mut für die Zukunft machen aber vor allem die Zukunft mit Mut gestalten.

    Weitere Informationen zum Studiengang finden Sie hier.

    Autorin: Henriette Weser
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  • Die Welt im Konsumdebakel: Wer kann uns retten?

    Die Welt im Konsumdebakel: Wer kann uns retten?

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    Die Welt im Konsumdebakel: Wer kann uns retten?

    Liest man die Nachrichten, stechen unzählige erschreckende Berichte über Kinderarbeit, Korruption und Klimawandel ins Auge. Doch wer kann uns aus dem Debakel des Konsums unserer heutigen Welt, der für viele dieser Entwicklungen verantwortlich ist, wegmanövrieren? Ein Plädoyer für verantwortungsvolles Handeln jedes Einzelnen im Kleinen und die passende Wirtschaftspolitik im Großen.

    In unseren Breiten besteht sie überall, die Möglichkeit zu wählen. Allein wenn man am Backwarenregal eines regulären Supermarktes steht, entkommt man ihr nicht. Produzenten buhlen mit einer unübersichtlichen Variation von Herstellungsarten, Mehltypen und Produktionsländern um die Gunst der Käufer. Doch nicht nur mit diesen Merkmalen: Die Backwaren unterscheiden sich auch im Grad an negativem Einfluss auf die Umwelt und die Gesellschaft. Warum aber wählt nur ein Bruchteil der Konsumentinnen und Konsumenten die Produkte mit den geringsten negativen Externalitäten?

    Ein wichtiger Grund sind Informationsdefizite, die auch im Nationalen Programm für nachhaltigen Konsum des Bundesministeriums für Umwelt angesprochen werden. Wenn Sie im Supermarkt stehen, haben Sie dann die Muße, sich ausgiebig zu informieren, um das überzeugendste Produkt im Hinblick auf dessen Nachhaltigkeit erwerben zu können?

    Hinderlich beim Griff zu diesem Produkt wirkt bei vielen Konsumentinnen und Konsumenten auch das Gefühl, mit dem eigenen Einkauf wenig Wirkung auf die Produktionsweise zu erzeugen. Sie unterschätzen damit allerdings die Macht der Nachfrage. Natürlich ist es nicht Herr A. oder Frau B., die mit ihrem veränderten Konsumverhalten die Bestellmengen eines Supermarktes beim Großhändler ändern. Entscheidend wirkt aber, wenn der Großteil der Nachbarschaft einen verantwortungsvollen Konsum gegenüber Gesellschaft und Umwelt wählt. Damit kommt der Supermarkt an kritische Verkaufsgrenzen. Werden mehr Tofuwürstchen und weniger Wiener Würstchen als erwartet konsumiert, wird der Händler die bestellten Mengen ändern, um keine Verluste zu erzielen.

    Beide betrachteten Hindernisse sind überwindbar und viele Konsumentinnen und Konsumenten schaffen dies durchaus. Dennoch verlangt dies vergleichsweise mehr Aufmerksamkeit und Disziplin, da Informationen sammeln Zeit kostet und ein Großteil der ethisch günstigeren Produkte teurer als konventionelle Produkte sind.

    Aus diesem Grund sollte auf verantwortungsvollen Konsum eine Wirtschaftspolitik folgen, die es den Konsumentinnen und Konsumenten erleichtert, ohne allzu große Selbstdisziplin die richtigen Produkte zu finden, und sie zugleich finanziell nicht überproportional belastet. Sie sollten keine Nachteile daraus haben, wenn sie sich für einen Konsum entscheiden, der einen weniger negativen Einfluss auf die Umwelt hat, als wenn sie sich für konventionell hergestellte Güter entscheiden.

    Das Steuersystem bietet hierfür in Form von Lenkungssteuern, einen hilfreichen Rahmen. In der traditionellen Steuertheorie werden Lenkungssteuern eingesetzt, um negative Auswirkungen einer wirtschaftlichen Handlung auf Dritte, die bereits erwähnten negativen Externalitäten, soweit zu reduzieren, dass die Handlungen auf ein gesamtwirtschaftlich optimales Niveau fallen. Die zwischen den Jahren 1999 und 2003 durchgeführten ökologischen Steuerreformen orientierten sich an dieser Steuertheorie, indem sie umweltschädliche Aktivitäten auf geschickte Weise verteuerte und damit deren Nachfrage reduzierte.

    Will man Lenkungssteuern zukünftig verstärkt nutzen und für die Bürger nachvollziehbar machen, könnte die die Bundesregierung in einem ersten Schritt eine Emissionssteuer einführen, wie sie auch von vielen Wirtschaftsexperten vorgeschlagen wird. Damit würde das Treibhausgas CO2 entsprechend seinem Ausstoß bei der Güterproduktion anteilig auf den Preis jedes einzelnen Guts umgelegt, unabhängig von Branche und Produkt, dafür allein von der Umweltbelastung abhängig. Würden die negativen Auswirkungen der Güterproduktion derart per Steuern eingepreist werden, beginnend mit der CO2-Steuer, wäre letztlich die Disziplin der Konsumentinnen und Konsumenten nicht mehr erforderlich, denn der Preis eines Produkts wird dessen Wirkung auf die Umwelt wiederspiegeln.

    Der Wunsch nach bezahlbarem und verantwortungsvollem Konsum muss also erst einmal kommuniziert werden an der Wahlurne oder mit dem Einkaufswagen. Wenn Sie also Veränderung von oben wünscht, aber das Gefühl haben, dass die Politik Sie ignoriert, fangen Sie doch stattdessen direkt an der Supermarkttheke an.

    Autorin: Henriette Weser

    Dieser Artikel wurde zuerst auf dem Blog www.think-ordo.de veröffentlicht.
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